Am Sportpark Pichling wird gebaut. Wer in den letzten Wochen am Weikerlsee vorbeigekommen ist, hat es gesehen: Bauzäune, gesperrte Flächen, Erdwälle, abgeräumte Bereiche. Der Trendsportbereich wird saniert und erweitert – das bestätigt die LIVA Sport selbst auf einem Aushang am Bauzaun: „Hier entsteht etwas Neues! Wir machen Platz für mehr Trendsport.“
Die Anlage wird also modernisiert, und die Stadt entspricht damit dem, was viele – besonders junge – Sportlerinnen und Sportler seit Jahren fordern: mehr Platz für Sportarten, die nicht in einem Verein und nicht auf einem Normfeld stattfinden.
Was dort passiert
Der Sportpark Pichling ist rund 30.000 Quadratmeter groß und liegt direkt am Erholungsgebiet Weikerlsee, in unmittelbarer Nähe zur Solar City. Zum Angebot gehören Tennishalle und Freiplätze, eine Halle mit Soccer- und Multifunktionsbereich, Fußballfelder in Naturrasen und Kunstrasen sowie ein eigener Trendsportbereich, den die LIVA mit Streetball und einer Skaterfläche beschreibt.
Genau dieser Trendsportbereich ist jetzt Baustelle. Laut dem Aushang vor Ort wird er saniert und ausgebaut. Basketball soll nach Pichling zurückkommen – während der Bauzeit verweist die LIVA auf den Sportpark Auwiesen, wo Basketball weiter gespielt werden kann.


Trendsport ist wichtig – aber was ist ein Trend wert?
Dass die Stadt auf Trendsportarten reagiert, ist richtig. Skaten, Streetball, Padel, Beachvolleyball, Calisthenics: Das sind Bewegungsformen, die ohne Vereinszwang funktionieren, die niederschwellig sind und die genau jene erreichen, die der klassische Sportbetrieb oft verliert – Jugendliche, junge Erwachsene, Menschen ohne Zeit für fixe Trainingszeiten.
Nur: Ein Trend ist per Definition etwas, das sich ändert. Was vor zehn Jahren ein Trend war, ist heute Standard oder verschwunden. Wer immer nur dem jeweils aktuellen Trend hinterherbaut, wird sehr oft umbauen müssen – und jedes Mal kostet das Geld, Planung, Sperren und Geduld der Nutzerinnen und Nutzer.
Das ist keine Kritik an dieser einzelnen Baustelle. Es ist eine Frage an die Sportpolitik insgesamt: Wie wird entschieden, was gebaut wird? Gibt es eine Planung, die über den nächsten Trend hinausreicht? Oder wird jeweils auf das reagiert, was gerade sichtbar ist?
Und eine zweite Frage drängt sich auf: Was passiert in der Zwischenzeit? Wer den Sportpark Pichling nutzt, findet den Trendsportbereich gesperrt vor. Für Basketball gibt es den Verweis nach Auwiesen – aber das ist ein anderer Stadtteil, ein weiterer Weg, oft mit dem Bus. Eine Sanierung, die Monate dauert, ist für die Betroffenen eine echte Einschränkung.

Worüber man reden sollte
Mich würde interessieren, wie die Stadt diese Modernisierung plant – und ich stelle die Fragen lieber offen, als sie zu unterstellen:
- Wie lange dauert die Sperre und wann ist die Anlage wieder voll nutzbar?
- Was genau entsteht im Trendsportbereich – welche Sportarten, welche Flächen, welche Ausstattung?
- Warum ist Basketball während der Bauzeit nicht in Pichling möglich, sondern nur in Auwiesen? Gibt es keine Ausweichfläche im Stadtteil?
- Wie wird die Nutzung erhoben? Also: Woher weiß man, welche Anlagen tatsächlich angenommen werden und welche nicht?
- Und die Grundsatzfrage: Gibt es ein Konzept, das verhindert, dass in einigen Jahren wieder umgebaut wird, weil der nächste Trend einen anderen Platz braucht?
Ich finde jede Investition in Bewegung und Sport im Linzer Süden richtig. Pichling hat lange genug um Zuwendung kämpfen müssen. Was ich mir wünsche, ist eine Planung, die über den nächsten Trend hinausdenkt – und kommuniziert, was passiert, damit die Anrainerinnen und Nutzer es planen können.
Weißt du mehr über die Pläne? Schreib es mir – ich ergänze gern.
#SportparkPichling #Trendsport #LinzerSüden #Pichling #Bewegung
